Leitsatz 2: Wir gehen zu den Menschen und sind missionarisch-diakonische Kirche

(12) „In der Kirche geht es um Gott und um sein Reich, und deshalb um die Menschen – um jeden einzelnen Menschen genauso wie um die Einheit der ganzen Menschheitsfamilie.“ Darum ermutigt die Synode, „sich grundlegend neu auszurichten und in allen kirchlichen Vollzügen diakonisch-missionarisch in die Welt hinein zu wirken“. Dies ist die grundlegende Kernbotschaft der Synode. Die Begriffe „diakonisch“ und „missionarisch“ klingen vielen fremd.

(13) „Diakonisch“ fragt die Kirche:

  • Was dient dem Menschen? Hier vor Ort, ganz konkret? Persönlich? Kulturell? Politisch?
  • Welche Fragen treiben sie und ihn um? Wie entdecken wir diese Fragen? Wie können wir mit den Menschen und angesichts ihrer Fragen zu einem heilvollen Handeln kommen?
  • Wo sind bei uns vor Ort Benachteiligte, Schwache, Arme? Wie können wir ihnen begegnen, zuhören und was können wir mit ihnen zusammen tun?

„Zusammen mit allen Menschen guten Willens arbeitet die Ortskirche von Trier mit an der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort […]. Als verbindendes Handlungsprinzip […] wird das Konzept der Sozialraumorientierung zugrunde gelegt.“ Wir wollen also präsent sein, wo Menschen um ihre Würde ringen, wo Menschen Not leiden – sei es durch persönliche Lebenskrisen oder durch ungerechte Verhältnisse in unserer Gesellschaft.

(14) „Missionarisch“ fragt die Kirche:

  • Wie gehen wir zu den Menschen und leben mit ihnen mitten in der Welt das Evangelium? Wo wirft das Evangelium ein Licht auf das Leben der Menschen? Wie fördern wir Begegnung?
  • Was inspiriert uns, Neues zu wagen? Wo sehen wir Grenzen? Wie gehen wir über bisherige Grenzen hinaus? Welche neuen Wege wollen wir gehen?

„Die Kirche hat Anteil an der Sendung Jesu. Jesu Mission ist ihre Mission.“

(15) Als diakonisch-missionarische Kirche lassen wir uns berühren und verändern durch die Begegnung mit den anderen. Wir sind lernbereit. Wir hoffen, dass Menschen, die uns begegnen, erfahren: Der Glaube ist lebensdienlich. Christen haben inspirierende Ideen für das Zusammenleben hier vor Ort. Sie sind auf mich zugekommen, sie haben Wege eröffnet, mich den Glauben neu verstehen zu lassen. Eine diakonisch-missionarisch ausgerichtete Pastoral versteht sich deutlicher als bisher nicht vom Inneren der Kirche her. Sie blickt mehr nach außen und an die Ränder. Wir erkennen damit neu an, von welcher Sendung wir geprägt sind. Es geht uns mehr um die Frage, wozu wir da sind, als darum, wer oder was wir sind.

Das bedeutet: In allem, was wir als Kirche tun, wie wir Gottesdienste feiern, wie wir Gemeinschaft leben, wie wir vom Glauben erzählen, wollen wir diakonisch-missionarisch sein.

(16) Dies hat unter dem Blickwinkel von drei Formen kirchlicher Präsenz15 zu erfolgen.

Das „Rahmenleitbild“ wird die Arbeit in der fusionierten Pfarrei und im Pastoralen Raum wesentlich prägen. In den kommenden Pfarrbriefen können Sie mehr über das „Rahmenleitbild“ lesen.

Rahmenleitbild für die Pfarrei und den Pastoralen Raum

Teil 1 [»]
Teil 2 – Leitsatz 1: Wir lassen uns von der Verheißung des Reiches Gottes leiten [»]
Teil 3 – Leitsatz 2: Wir gehen zu den Menschen und sind missionarisch-diakonisch Kirche [»]

Sie finden das ganze „Rahmenleitbild“ hier [»]

Foto: © Bistum Trier