Forum – Beitrag 1

Liebe Mitglieder des Pfarreienrates,

es ist schwierig, die verschiedenen Punkte, die Ihr erfragt habt, in der Mitteilung an das Forum unterzubringen.

Da die Resonanz auf die Aktion in der Kirche so groß war: Könnte man nicht Interessierte nach einem Gottesdienst oder an einem anderen Termin zusammenbringen und die Themen in einem größeren Kreis besprechen?

Oder könnten nicht z.B. die einzelnen Gruppen in der Kirche ihre Meinungen zusammenfassen und dann weitergeben?

Ich habe schon mit vielen Leuten aus verschiedenen Altersgruppen über den Glauben gesprochen. Fazit: Irgendeine Form von Glauben ist bei fast jedem vorhanden, aber die Leute haben oft
Probleme mit der Institution Kirche. Fast immer kommen als Antwort, warum jemand seinen Glauben eher nicht zeigt oder nicht in die Kirche geht, die klassischen Themen: „Missbrauch, Zölibat, Frauen sind nicht zur Weihe zugelassen, Umgang mit Kirchengeldern“ etc.

Andere haben in der Woche zu viele Termine und wollen am Wochenende Ihre Ruhe oder etwas mit der Familie unternehmen, oder die Termine für die Gottesdienste liegen ihnen zu früh oder zu spät oder der ständige Wechsel der Uhrzeit stört sie.

Manche haben auch schlechte Erfahrungen mit Seelsorgern oder langweilige Predigten u.ä. als Grund genannt. Oft können die Leute auch nichts mehr mit der Liturgie anfangen.

Einig sind sich aber sowohl katholische als auch evangelische Christen, mit denen ich mich so unterhalte und die ihn schon irgendwo erlebt oder von anderen Leuten von ihm erzählt bekommen haben, dass unser Pastor richtig gut wäre und wir froh sein könnten, ihn zu haben.

Wir sollten uns daher als Gemeinde mehr mit ihm in der Öffentlichkeit präsentieren. Vorstellen könnte ich mir Aktionen, über die dann z. B. in der Zeitung berichtet wird: Freiluftgottesdienste am Simmersee, im Pfarrgarten, Gottesdienste mit Brunch, Picknick, Wanderung oder warum nicht mal ein Maimarkt-Gottesdienst? Sicher gibt es noch mehr Orte für Gottesdienste…

Dass z. B. Gottesdienste draußen Leute anlocken, sieht man an Fronleichnam oder bei den Prozessionen in Riesweiler und Kisselbach.

– Glauben und Präsenz zeigen könnte man ggf. auch, indem man die einzelnen Gruppen und das, was sie tun, in der Zeitung vorstellt. Hier besonders auch die Gruppen mit den Kindern und Jugendlichen.

– Vielleicht könnte man bestimmte Zielgruppen auch ganz gezielt für Veranstaltungen schriftlich einladen oder das persönliche Gespräch mit ihnen suchen, z. B. durch telefonische Kontakte.

– Oder man könnte neue Einwohner persönlich begrüßen gehen, wenn sie beim Pfarramt gemeldet werden (falls das nicht schon gemacht wird) und sie zu den nächsten Veranstaltungen einladen.

Zielgruppen dürfen nicht nur Kinder, Jugendliche und junge Familien etc. sein, da die Älteren eher ihren Glauben leben und zeigen und oft Meinungsbildner sind. Da es immer mehr ältere Menschen gibt, müsste auch für diese etwas veranstaltet werden, vielleicht Kaffee oder ähnliches als Treffen gegen Vereinsamung und vielleicht mit den Enkeln. Dabei könnten dann auch Meditationen, Lieder o.ä. angeboten werden.

Auf jeden Fall sollten wir offensiver mit unserem Glauben umgehen und auf uns aufmerksam machen.

Der Autor bzw. die Autorin ist dem Pfarrbüro bekannt. Beiträge im Forum dienen lediglich der inhaltlichen Diskussion. Die dort formulierten Meinungen geben ausschließlich die Auffassung des jeweiligen Verfassers wieder.