Nahezu einstimmig, bei nur einer Stimmenthaltung beschlossen die Pfarreienräte der Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen, dass zum 1. Januar 2023 die Pfarreien Simmern, Ravengiersburg und Biebern (Pfarreiengemeinschaft Simmern) zusammen mit den Pfarreien Rheinböllen, Rayerschied und Schnorbach (Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen) eine große neue Pfarrei bilden werden. Zu dieser neuen Gemeinde werden dann mehr als 8000 Katholiken aus über 40 Gemeinden angehören, die damit fast deckungsgleich mit der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen sein wird. Offen ist noch unter welchem Patrozinium (Heiligen) die neue Pfarrei stehen wird, fest steht lediglich die örtliche Regionalbezeichnung Pfarrei Simmern-Rheinböllen.

In einer gemeinsamen Sitzung im Pfarrheim Biebern fassten die Pfarreienräte unter dem Vorsitz von Birgit Bai (Simmern) und Markus Koch (Rheinböllen) die Beschlüsse zur Pfarreifusion. Kontrovers wurde darüber diskutiert, ob es zu Beginn der Neugründung der Pfarrei Neuwahlen der Gremien geben soll, oder ob die Pfarreienräte der beiden Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen dann einen gemeinsamen großen Pfarrgemeinderat bilden wollen. Sowohl die Simmerner als auch die Rheinböllener votierten für die zweite Variante ohne Neuwahlen: „Wir wollen zügig mit der gemeinsamen Arbeit beginnen und wir wollen schnell zu Beginn des nächsten Jahres auch unseren Verwaltungsrat wählen, damit die Pfarrei schnell auch handlungsfähig sein wird“, erläuterte die Pfarreienratsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Simmern Birgit Bai die Beweggründe. Die offizielle Gründung der neuen Pfarrei soll am Sonntag, 15. Januar 2023 in Simmern gefeiert werden, in diesem Jahr werden aber auch noch Veranstaltungen zum Abschied der sechs kleinen „Altpfarreien“ vor Ort durchgeführt: „Die meisten Pfarreien existieren in der Form seit 1706, dem Jahr der Kauber Kirchenteilung, teils sind sie sogar noch älter. So ist diese Fusion auch ein historisches Ereignis, deshalb wollen wir unseren Gemeinden vor Ort auch eine würdige Feier des Abschiedes ermöglichen“, so Markus Koch vom Pfarreienrat Rheinböllen.

Mit insgesamt zwei Priestern, zwei Diakonen und zwei Gemeindereferentinnen wird die neue Pfarrei auch in personeller Hinsicht gut aufgestellt sein: „In Zukunft wird aber noch mehr als heute ehrenamtliches Engagement benötigt. Wir wollen überall dort, wo es möglich ist, kleine lokale Teams einrichten um der Kirche vor Ort ein Gesicht zu geben“, so Pfarrer Lutz Schultz aus Simmern. In Rayerschied und Schnorbach wurde bereits ein solches lokale Team ins Leben gerufen, in Liebshausen ist es in der Planung. In den Orten Biebern und Rheinböllen könnten die noch amtierenden Pfarrgemeinderäte diese Aufgabe übernehmen.

Der Weg der Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen zueinander geht weiter:

Der Bischof hat das Anhörungsverfahren in den Räten eröffnet.
Bis zu den Sommerferien erklären sich die Räte und die Pfarrer

  • zur Auflösung der Pfarreien Simmern St. Josef, Biebern St. Johannes der Täufer und Ravengiersburg St. Christophorus
  • zur Fusion der Pfarreien mit den Pfarreien Rheinböllen St. Erasmus, Rayerschied St. Johannes Nepomuk und Schnorbach St. Sebastian zum 01.01.2023
  • zum Namen der fusionierten Pfarrei und Kirchengemeinde „Pfarrei / Kirchengemeinde Simmern-Rheinböllen“

Die Räte beraten bei einem Besinnungstag auf der Ebernburg über die geistliche Ausrichtung der neuen Pfarrei.

Dann beginnt die Suche nach einem neuen Patrozinium der fusionierten Pfarrei. (Die Kirchen und Kapellen behalten ihre Patrozinien)

Die Pfarrbüros bereiten sich auf ein vernetztes Büro mit zwei Standorten vor.

Im November soll der erste gemeinsame Pfarrbrief erscheinen.

Bis zu den Sommerferien wird die Ernennung des Leitungsteams für den Pastoralen Raum erwartet. Zum Leitungsteam gehört der Dekan und zwei weitere Mitglieder (ein*e pastorale*r Mitarbeiter*in und ein*e Verwaltungsfachfrau / -mann).

In einem Anhörungsverfahren haben sich die Dekanatskonferenz, der Dekanatsrat, die Verwaltungsräte, der Dechant (und im September der Priesterrat) erklärt

  • zur Auflösung des Dekanats Simmern-Kastellaun und Gründung des Pastoralen Raums Simmern zum 1.1.2023,
  • zur Gründung eines „Kirchengemeindeverbands Pastoraler Raum“, bestehend aus den künftig fusionierten Kirchengemeinden Simmern-Rheinböllen, Kirchberg und Kastellaun.

Rahmenleitbild für die Pfarrei und den Pastoralen Raum

Teil 1 [»]
Teil 2 – Leitsatz 1: Wir lassen uns von der Verheißung des Reiches Gottes leiten [»]
Teil 3 – Leitsatz 2: Wir gehen zu den Menschen und sind missionarisch-diakonisch Kirche [»]
Teil 4 – Leitsatz 3: Wir denken vom Einzelnen her [»]

Sie finden das ganze „Rahmenleitbild“ hier [»]

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