7. Station: Am Tisch – Epilog

Bildbetrachtung
Im Hintergrund ein Bild mit einem Tisch. Menschen haben sich an diesem Tisch versammelt. Auf dem Tisch ein siebenarmiger Leuchter – eine Menora – wie er nach jüdischem Brauch üblich ist und ein Kelch mit einem Becher. Ein Mann – Jesus – stehend, ein Brot in der Hand. Hinweis auf das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Freunden. Die Blicke der Menschen auf ihn gerichtet, nur einer im Vordergrund sieht weg. Mit etwas Abstand ein zweites Bild, angelehnt an einen schweren Vorhang. Auf dem Bild: ein Mensch – Jesus – kniend auf dem Boden, eine Dornenkrone auf dem Haupt, eine Frau beugt sich zu ihm, sieht ihn an, wischt ihm den Schweiß vom Gesicht , eine weitere Frau ist bei ihm, andere stehen im Hintergrund – Hinweis auf den schweren Weg, den Jesus gehen muss.

Im Vordergrund ein langer Tisch aus Holz. Leere Hocker stehen ungeordnet davor. Es ist Platz für viele. Doch niemand ist da. Für wen ist dieser Tisch gedacht? Wird jemand daran Platz nehmen? Oder bleibt er leer?

Regie
Der Tisch ist leer. Wo früher die Freunde und Freundinnen mit Jesus gegessen haben, sind jetzt Plätze frei. Was meint ihr: Wie geht es jetzt weiter? Dazu fällt mir eine Geschichte aus der Bibel ein:

Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Zur Stunde des Festmahls schickte er seinen Diener aus und ließ denen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, alles ist bereit! Aber einer nach dem anderen entschuldigte sich. Da wurde der Hausherr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen hierher! Nötige die Leute hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. (Vgl. LK 14,16–17, 21–23)

Person 1
Gott, der Eventplaner, der ein großes Festmahl gibt. Zu dem wir alle eingeladen sind. Er überlässt mir die Entscheidung.

Person 2
Aber die Tische bleiben leer. Die Eingeladenen können oder wollen nicht kommen. Das erinnert mich an das Frühjahr 2020. Vieles fiel aus, aber ehrlich, zu manchem wäre ich auch nicht hingegangen.

Person 1
Genau, und zu einigen Sachen habe ich einfach keine Lust. Aber: Gott bleibt beharrlich. Für ihn spielt es eine Rolle, wie du dich entscheidest. Er sagt nicht einfach ab, er gibt nicht einfach auf. Er will alle an einen Tisch bringen.

Person 2
Nachdenklich macht mich, dass die Armen und Ausgegrenzten Gottes Einladung eher annehmen. Vielleicht sind wir Menschen so: Solange es uns gut geht, sind wir ziemlich wählerisch. Seit dem Corona-Lockdown bin ich jedenfalls offener und dankbarer. Ich bin froh um jeden menschlichen Kontakt, um jedes Treffen!

Person 1
Das ist bei mir ähnlich. Oft merkt man erst, wie wichtig einem etwas ist, wenn es plötzlich fehlt.

Regie und Impulsfrage

  • Und jetzt? Das ist doch die spannende Frage: Lassen wir uns einladen von Gott? Ganz konkret: Nimmst du Platz an seinem Tisch?

Nimm/gestalte dir eine Tisch-/Platzkarte, schreibe deinen Namen darauf und stelle sie auf den Tisch in der kath. Kirche in Simmern oder wähle ganz bewusst einen Tisch bei dir zuhause aus.

Fürbitten
Guter Gott,
wir bitten Dich:
Für uns Menschen,
hilf uns, unseren Platz zu finden,
an Deinem Tisch
in dieser Welt.

Barmherziger Gott,
wir bitten Dich:
Für die Menschen,
denen das Nötigste zum Leben fehlt,
denen kein Mensch einen Platz
anbieten will.

Gütiger Gott,
wir bitten Dich:
Für alle, die hinter den Kulissen
für andere Menschen hart arbeiten,
und im Schatten bleiben
ohne Anerkennung oder gerechten Lohn.

Gnädiger Gott,
wir bitten Dich:
Für alle, die im Scheinwerferlicht stehen,
in der Politik und auf den Bühnen
des Lebens,
mit Macht und Einfluss.

Großer Gott,
führe Du die Regie
in unseren Köpfen und Herzen.
Das bitten wir Dich
Vater, Sohn und Heiliger Geist (+)

Gebet
Tisch des Herrn
Er hat uns alle
an einen Tisch gebracht,
unter den nichts fallen kann,
von dem nichts gefegt und
über den niemand gezogen wird.
Er hat uns alle
an Seinen Tisch gebracht,
damit vom Tisch kommt,
was uns trennt und wir
reinen Tisch machen können
mit Ihm und mit uns.

Segen
Gottes Segen behüte uns.
Gottes Geist leite uns.
Gottes Friede sei mit uns
und der ganzen Welt.
Amen.