6. Station: Vor Gott

Bildbetrachtung
Eine Halle – halbrund – verwirrende, komplizierte Konstruktion. 1.000 leere Stühle, doch im Vordergrund das Kreuz – Balken längs und Balken quer. Aufrecht und gerade steht es da. Ein Mensch am Kreuz, mit ausgestreckten Armen, fast als wäre es ein Leichtes. Kein Gesicht zu sehen, nicht zu erkennen, wer da hängt. Doch wir ahnen, wissen es. Allein gelassen. Doch ein Schein, ein Licht erhellt ihn, verbreitet Hoffnung.

Im unteren Bereich des Bildes Menschen, Zuschauer, die Hände in der Hosentasche, weg sehend, weg gehend – so, als ginge sie das alles nichts an. Es scheint, als gäbe es keine Verbindung zwischen dem am Kreuz und denen da unten.

5. Szene

Regie
Jesus hängt im Todeskampf am Kreuz, die Bühne verdunkelt sich. Und Jesus rief mit lauter Stimme:

Jesus
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Regie
Danach, als Jesus wusste, dass nun alles zu Ende geht, sagte er:

Jesus
Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. (Vgl. MK 15,34, JOH 19,30 und LK 23,46)

Meditationsmusik

Regie
Jesus, stell dir diese Szene genau vor! Du hängst sterbend am Kreuz. Die Jünger sind weg, die Soldaten haben sich verzogen. Der einzige, der dich noch retten kann, ist Gott. Und Gott hört dich nicht. Dabei hat Jesus doch Gottes Willen erfüllt. Warum musste er trotzdem am Kreuz sterben?

Jesus
Richtig, es ist schwierig zu verstehen! Wenn die Geschichte hier enden würde, wäre das einfach nur unbegreiflich und unfair. Aber vergiss Jesu letzte Worte nicht. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Gott hat Jesus nicht verlassen. Er bestraft ihn auch nicht. Jesus vertraut ihm voll und ganz – bis zum Ende.

Impulsfragen

  • Wann hast du dir selbst die Frage gestellt: Wieso lässt Gott das zu?
  • Gab es Momente in denen du dich vollkommen von Gott getragen gefühlt hast?

Nimm dir einen (Edel)Stein. Schließe ihn fest in deine Hand:

„Ein Stein in meiner Hand.
Ich ertaste ihn mit meinen Fingern.
Wie fühlt er sich an?
Kalt, glatt, rund?

Ich lasse ihn in meiner Hand ruhen.
Zuerst ist er noch kalt.
Dann wird er wärmer, so warm wie meine Hand.“

Gebet
Gott, hilf mir auch in schweren Zeiten Deine Gegenwart zu spüren. Sei bei mir, wenn ich mich alleine fühle und planlos bin. Ich bitte Dich, sei bei mir, wenn nichts mehr geht.

Mit diesen Gedanken lege den Stein an einer Stelle ab, die dir wichtig ist.

Wir wünschen allen eine besinnliche 6. Fastenwoche!

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