„PFARREI DER ZUKUNFT“

Umsetzung der Synodenergebnisse ausgesetzt

Nach dem Rekurs der Priestergemeinschaft Unio Apostolica und der Initiative Kirchengemeinde vor Ort hat die Kleruskongregation in Rom mit Brief vom 21. November an Bischof Dr. Stephan Ackermann die Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode bis zur Prüfung der Gesetzestexte ausgesetzt. Der Bischof hat daraufhin die Dekrete zur Auflösung der Pfarreien und Kirchengemeinden und zur Gründung der ersten 15 Pfarreien der Zukunft für ungültig erklärt und die Wahlen zu den ersten Räten der Pfarrei ausgesetzt. Ein geistliches Wort des Bischof dazu wurde am 1. Advent in allen Messen verlesen. In einer Gemeindeversammlung am 1. Advent in Ravengiersburg kam großes Unverständnis über die Ereignisse zum Ausdruck, aber auch der Wille, dass wir unseren Weg der Erneuerung, wie wir ihn in unseren Pfarreien gehen, weitergehen werden. Wir sehen die Probleme, die ein hierarchisches, auf Macht gegründetes Kirchensystem erzeugt. Unser Leitbild ist das Zweite Vatikanische Konzil und seine Sicht der Kirche als geschwisterliches Volk Gottes. Die Diözesansynode hat daraus das synodale Prinzip im ganzen Bistum als einen der vier grundlegenden Perspektivwechsel formuliert. Deswegen gilt: Soviel Geschwisterlichkeit, Dezentralität, Subsidiarität und Synodalität wie möglich – so viel Zentralität und Hierarchie wie nötig!


Umsetzung der Synode

Im Bistum kommt die Umsetzung der Synode in eine entscheidende Phase. Das Bistum veröffentlicht die Auswertung des Anhörungsverfahrens (Rückmeldung der Räte und der Pfarrer zur Auflösung der bisherigen und Gründung der neuen Pfarreien). Wir sind gespannt, ob das auch Konsequenzen auf die Ausgestaltung der neuen Pfarreien hat. Zentral ist die Frage, ob die Pfarrei künftig nur einen Rat hat, der für die Seelsorge und die Verwaltung zuständig ist („Rat der Pfarrei“ / Einkammersystem) oder, wie wir es bisher kennen, zwei Räte (Zweikammersystem). Vielleicht hat der Bischof mittlerweile auch schon die Pfarrer und Leitungsteams der ersten neuen Pfarreien ernannt. Was bisher nur Theorie war, wird jetzt konkret.

Die ersten neuen Pfarreien sind: Bad Kreuznach, Idar-Oberstein, Koblenz, Neuwied, Betzdorf, Ochtendung, Mayen, Sinzig, Wittlich, Wadern, Tholey, Völklingen und Saarbrücken. Die neue Pfarrei Simmern (oder Simmern-Kastellaun) wird voraussichtlich 2021 errichtet. Sie wird die Pfarreien des bisherigen Dekanats Simmern-Kastellaun plus die Pfarreien Mörsdorf und Zilshausen-Petershausen umfassen.
Mehr zur Umsetzung der Synode auf www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/


Stellungnahmen der Pfarreiengemeinschaft Simmern

im ersten Anhörungsverfahren zum Entwurf des ersten Gesetzes
zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016

Den Entwurf des Gesetzes erhalten Sie im Pfarrbüro oder hier [»]

  • Stellungnahme des Pfarrgemeinderats St. Josef Simmern
  • Stellungnahme des Pfarrgemeinderats St. Johannes der Täufer Biebern
  • Stellungnahme des Pfarrgemeinderats St. Christophorus Ravengiersburg
  • Stellungnahme des Verwaltungsrats St. Christophorus Ravengiersburg, sowie des Vorsitzenden und der stellv. Vorsitzenden der Verwaltungsräte St. Josef Simmern und St. Johannes der Täufer Biebern
  • Stellungnahme der Mitarbeitervertretung des Kirchengemeindeverbands Simmern
  • Stellungnahme von Pfarrer Lutz Schultz

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Bei meinen Besuchen in den Pfarrverbänden, bei Zusammenkünften von Priestern und Laien, in den Gremien der Mitverantwortung sowie in Gruppen- und Einzelgesprächen wird mir immer wieder die Frage gestellt: „Wie soll es angesichts des Priestermangels weitergehen in unseren Gemeinden?“ Die Frage ist berechtigt. Denn die Zahl der Gemeinden, die keinen eigenen Priester mehr am Ort haben, nimmt ständig zu, und noch ist kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. „Will die Kirche nicht unverantwortlich handeln und über kurz oder lang einen Zusammenbruch der Seelsorge infolge des Priestermangels riskieren, darf sie die Entwicklung nicht dem Zufall überlassen oder auf eine Tendenzwende warten; denn Gottes Geist wirkt normalerweise durch menschliche Vermittlung“ (Wort des Bischofs an die Gemeinden; ein Auszug von 1977)

 

Passend zum Schwerpunktthema wurde uns allen die Frage gestellt: „Wofür brennen wir noch?“ Für mich schwingt darin Emotion mit, Engagement über das normale Maß hinaus, Begeisterung. Wenn jemand für eine Sache brennt, dann ist er mehr als nur ein Mitläufer. Im Gegenteil. Für etwas brennen bedeutet, dass man sich eine Sache zur eigenen Herzensangelegenheit macht. Meistens ist das keine bewusste, gut überlegte Entscheidung. Vielmehr packt es einen plötzlich, oft merkt man es erst im Nachhinein, wie sehr.

Wofür brennen wir? Dies ist eine Frage, die zunächst jeder für sich beantworten muss. Was ist Ihnen so wichtig, dass Sie sich dafür von Herzen einsetzen? Was fordert Sie immer wieder neu heraus, sich einzubringen? Wofür sind wir da, wofür brennen wir als christliche Gemeinde? Ich bin der Meinung, dass wir heute mehr denn je herausgefordert sind, als Gemeinde überzeugend zu leben. Wir werden unseren Wert daran messen lassen müssen, wie wir für Menschen da sind, wie Menschen sich bei uns wohlfühlen und willkommen fühlen können.

Was brauchen Menschen heute? Wichtig scheint mir, nicht nur von dem auszugehen, was wir uns für uns selbst wünschen, sondern sich auch den Anderen zuzuwenden. Ich finde es sehr wichtig, sich diese Frage immer mal wieder zu stellen. Leicht verlieren wir in unserem Alltag den Blick für unsere Herzensmitte.

Ein brennendes Herz brauchen wir, denn er ist der Antrieb für unser Leben. Für ein Leben in Gemeinschaft, in Solidarität mit den Armen, so wie es uns Jesus Christus vorgelebt hat.


Gemeindeversammlung 1. April 2019: „PFARREI DER ZUKUNFT“

Am 1. April haben 45 Gemeindemitglieder aus allen Gremien und Gruppen an einer Gemeindeversammlung im Pfarrsaal Ravengiersburg teilgenommen. Thema war die „Pfarrei der Zukunft“. Hans-Joachim Jung (Pfarrgemeinderatsvorsitzender Simmern), Anita Breuer (PGR-Vorsitzende Ravengiersburg) und Pastor Lutz Schultz informierten darüber auf der Basis einer Konferenz des Generalvikars U. Graf von Plettenberg und des Weihbischofs J. Peters mit den Räten der neuen Pfarrei im Februar in Kastellaun:

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