Geschichte der Frauengemeinschaft Simmern


Die katholische Frauengemeinschaft -kfd- St. Josef in Simmern feierte im Rahmen einer Festwoche vom 5. – 10. Juni 2011 ihr 100jähriges Bestehen. Das Jubiläum stand unter dem Motto: „bewegen, helfen, Gott vertrauen“.

In der Pfarrgemeinde St. Josef Simmern gab es vermutlich schon früh eine Frauengemeinschaft. Bereits am 1. September 1865 wurde eine Spende des Elisabethenvereins in Höhe von 37 Talern erwähnt. Der Elisabethenverein gilt als eine der Wurzeln des Müttervereins, aus dem sich dann die Frauengemeinschaft entwickelte.

Aufzeichnungen von Herrn Professor Seibrich aus Kirn weisen auf 1911 als Gründungsjahr des Müttervereins in Simmern hin. Der damalige Pfarrer von Simmern Dr. Karl Museler (1909 – 1915) hatte 1910 mit einem Vortrag über Zweck und Aufgaben einer Kongregation die Gründung der Marianischen Jungfrauenkongregation (MJK) angeregt, parallel zu dieser entstand dann der Mütterverein, dessen Leiter (Präses) auch Pfarrer Museler war.

Diese Entwicklung in Simmern ist im Zusammenhang zu sehen mit den Anfängen der heutigen katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Diese reichen zurück bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals existierten in Frankreich Gebetsgemeinschaften christlicher Mütter und ab 1856 wurden christliche Müttervereine auch in Deutschland heimisch. Der Mainzer Bischof Emanuel von Ketteler förderte deren Verbreitung.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich ein tief greifender Wandel im Rollenverständnis der Frauen. Die Kirche reagierte darauf mit einer Intensivierung der Frauenseelsorge und Frauenbildungsarbeit. So entstanden in Folge davon in den Pfarrgemeinden Jungfrauen- und Müttervereine.

Aus diesen ging 1928 der Zentralverband der katholischen Müttervereine hervor, dessen Sitz das „Bundeshaus“ in Düsseldorf war. Nach der NS-Zeit erfolgte 1951 eine Wiederbegründung des Verbandes unter der Bezeichnung „Zentralverband der katholischen Müttervereine“. 1968 verabschiedete der Verband eine neue Satzung und gab sich den neuen Namen „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“ -kfd-

Grundlagen für die Arbeit der kfd bildeten das „Orientierungs- und Arbeitsprogramm 1978, die Impulse 87, die Akzente 93 und die Leitlinien 1999 mit der Korrektur im Jahr 2000. 2008 wurde das neue Leitbild beschlossen mit den 10 Kernsätzen unter dem Titel: „kfd – leidenschaftlich glauben und leben“

Die weitere Entwicklung des Müttervereins in Simmern können wir den Aufzeichnungen von Pastor i. R. Josef Böhm, einer Chronik der MJK, entnehmen, da viele Veranstaltungen gemeinsam mit dem Mütterverein unternommen wurden, so ist ein reges Vereinsleben belegt. Neben dem Präses, dem Pastor der Pfarrgemeinde Simmern, gab es auch schon früh eine aus dem Kreis der Mitglieder gewählte Vorsitzende und später auch einen Vorstand.

Nach dem Weggang von Pfr. Dr. Museler 1915 übernahm Pfr. Dr. Peters die Leitung des Vereins. Nächster Präses war dann Pfr. Jakob Hart von 1928 bis 1969 mit einer Unterbrechung in der Nazizeit. Unter dem Präses Pastor Florin erfolgte am 1. Januar 1983 der Beitritt der Frauengemeinschaft der Pfarrei Simmern zum Zentralverband der katholischen Frauengemeinschaften Deutschlands -kfd-. Der Beschluss wurde in der Jahresversammlung am 19.11.1982 unter Vorsitz von Frau Christa Tholl herbeigeführt. Frau Tholl initiierte die Anbindung zur kfd bereits am 29.1.79 (Briefwechsel mit dem Bundesverband).

Zu Beginn der 80er Jahre hatte die kfd in Simmern ca. 330 Mitglieder. Anlässlich der 90-Jahrfeier wurden 220 kfd-Mitglieder genannt. Im Jahr des 100jährigen Jubiläums 2011 zählte die kfd-Gruppe in der Pfarrei St. Josef in Simmern mit den Filialgemeinden Riesweiler und Mutterschied knapp 170 Mitglieder. Die lose Zusammenarbeit mit der kfd–Gruppe Biebern gipfelte im Januar 2012 im Zusammenschluss der beiden Pfarrgruppen zur kfd-Gruppe Simmern–Biebern, die zu Beginn des Jahres 2015 ca. 200 Mitglieder aufweist. Mit der wieder neugegründeten kfd-Ravengiersburg besteht weiterhin eine lose Zusammenarbeit. Auch zu der ev. Frauenhilfe Simmern besteht seit vielen Jahren ein freundschaftlicher Kontakt.

Die kfd-Simmern ist eingebunden in die kfd im Dekanat Simmern/Kastellaun und den kfd-Diözesanverband Trier. Angepasst an die Neuordnung der Diözesen stellte mit dem Jahr 2012 der Zwischenverband, der kfd Regionalverband Rhein-Hunsrück-Nahe, seine Arbeit ein. Der kfd-Bundesverband mit Sitz in Düsseldorf vereint alle Diözesanverbände unter seinem Dach.